Landrat Sailer beantwortet Bürgerfragen

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In regelmäßigen Videobeiträgen beantwortet Landrat Martin Sailer häufige Fragen, die das Landratsamt vonseiten der Bevölkerung erreichen. Diese sind abrufbar unter  www.landkreis-fuer-alle.de/fuer-alle/fragen-von-allen-an-landrat-martin-sailer und in den sozialen Medien.

Sämtliche Fragen für zukünftige Ausgaben können unter info.corona@LRA-a.bayern.de eingereicht werden.

 

19.02.2021

Gibt es regelmäßige Analysen zu Mutationsfällen des Coronavirus im Landkreis Augsburg?
Landrat Martin Sailer: „Alle positiven Tests werden seit dieser Woche pauschal auf Mutationen hin analysiert. Die Behörden erhoffen sich dadurch Erkenntnisse auf die Verbreitung bestimmter Mutationen oder zu den Krankheitsverläufen, die sie verursachen. Es wird also wissenschaftlich mit diesen Ergebnissen weitergearbeitet.“

Die 7-Tage-Inzidenz ist derzeit sehr niedrig. Stehen nun Lockerungen in Aussicht?
Sailer: „Erste Lockerungen werden ja bereits vollzogen, so ist zum Beispiel die Sperrstunde aufgehoben worden. Am kommenden Montag beginnt in abgespeckter Form wieder der Schulunterricht und die Kindergärten werden sukzessive wieder geöffnet. Also erste Erleichterungen finden statt und darüber sind wir sehr froh.“

Und muss davon ausgegangen werden, dass es bei einem erneuten Anstieg der Inzidenz wieder stärkere Gegenmaßnahmen geben wird?
Sailer: „Grundsätzlich gilt es natürlich, das Erreichte zu bewahren. Das heißt weiterhin, Abstände halten und Hygienemaßnahmen einzuhalten. Wir hoffen, dass die Inzidenz weiter sinkt und auf niedrigem Niveau bleibt. Ich denke, die große, kritische Marke wird wieder die 7-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen sein. Wenn wir über diese Schwelle kämen, müsste der Schulunterricht wieder in Distanz stattfinden. Aber davon sind wir Gott sei Dank ein gutes Stück weit entfernt. Ich gehe davon aus, dass wenn weiter geimpft wird, wir die Inzidenz auf niedrigem Level halten können werden.“

Warum kann der Landkreis nicht mitteilen, wie viele Coronatests insgesamt schon vorgenommen wurden?
Sailer: „Das ist schwierig, weil sich die Menschen an ganz vielen Stellen testen lassen. Zum einen an unserem Testzentrum in Hirblingen, zum Zweiten beim Hausarzt. Es werden an vielen anderen Stellen inzwischen Schnelltests angeboten. Es lassen sich Bürger in der Stadt Augsburg und außerhalb des Landkreises testen. Wir können die Gesamtzahl der Tests dem Grunde nach nicht erfassen. Und zum Zweiten, auch darauf möchte ich hinweisen, lässt die Anzahl der Tests keine Rückschlüsse zu, beispielsweise was eine bestimmte Risikoeinschätzung betrifft. Die Gesamtzahl der Tests ist von daher also auch nicht mit einer belastbaren Aussagekraft verbunden. Aber ganz zentral ist: Wir können die Gesamtzahl der Tests schlicht nicht erfassen.“

Kürzlich war die Rede davon, dass der Landkreis neue Wege für zwischenmenschliche Kontakte erschließen will. Gibt es hier etwas Neues?
Sailer: „Ja, wir haben eine ganz tolle Aktion namens „Kleine Briefe, große Geste“ ins Leben gerufen. Wir bitten vor allem junge Menschen im Landkreis, aber auch jeden, der sich angesprochen fühlt, uns Briefe oder Postkarten zu schreiben, uns ein selbstgemaltes Bild oder eine Bastelei zukommen zu lassen. Wir würden diese Dinge über unsere Heimaufsicht an unsere Senioreneinrichtungen weiterleiten, die dafür sorgen, dass unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger diese Dinge dann auch erhalten. Ich glaube, dass das insbesondere für diese Menschen, die den ganzen Tag in einer Einrichtung sind und keine oder nur sehr reduzierte sozialen Kontakte haben, die sich ein Stück weit einsam fühlen, dass wir diesen Mitmenschen eine kleine Freude machen. Wer möchte, darf seine Adresse angeben und auf diese Weise vielleicht sogar eine Brieffreundschaft mit jemandem in einer Senioreneinrichtung beginnen. Solche Geschichten sind die netten, menschlichen Aspekte, die wir doch gerade in dieser Zeit ganz besonders dringend brauchen. Ich würde mich freuen, wenn viele Menschen bei dieser Aktion mitmachen. Alle Einsendungen dürfen an die Heimaufsicht im Landratsamt Augsburg, Prinzregentenplatz 4, 86150 Augsburg, adressiert werden.“

 

12.02.2021

Sind Sie selbst oder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts bereits gegen Corona geimpft worden?
Landrat Martin Sailer: „Es gibt eine klare Regelung, wer im Moment geimpft werden kann: Und zwar die Gruppe der Über-80-Jährigen. Zu der gehöre ich nicht und bin dementsprechend auch noch nicht geimpft worden. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sind noch nicht geimpft. Es gibt hier eine klare Anweisung, dass wir alle warten bis wir an der Reihe sind. Wenn alle anderen geimpft sind und die Kategorie dran ist, zu der wir gehören, dann lassen wir uns gerne impfen.“

Muss ich ein Impfangebot dann annehmen, wenn ich es erhalte? Lasse ich die Chance zur Impfung verstreichen, wenn ich sie einmal abgelehnt habe?
Sailer: „Nein, denn eine Impfpflicht gibt es nicht. Es gibt ein Impfangebot, das Sie annehmen können, oder auch nicht. Wenn Sie jetzt beispielsweise als über-80-jährige Mitbürgerin oder Mitbürger der höchsten Priorität angehören und für den Moment sagen, dass Sie nicht geimpft werden wollen, aber sich in drei Monaten umentscheiden, dann können Sie sich gerne melden und bekommen dann, da Sie immer noch der höchsten Priorität angehören, selbstverständlich einen Impftermin.“

Kann ich mir den Impfstoff für die Impfung aussuchen?
Sailer: „Des geht leider nicht – zumindest derzeit. Wir haben viel zu wenig Impfstoff und zur Zeit beinahe ausschließlich den Impfstoff der Firma BioNTech. Wenn wir von allen Impfstoffen, also beispielweise AstraZeneca oder Moderna, ausreichende Mengen vorrätig hätten, dann könnte man eventuell über das Aussuchen von Impfstoffen nachdenken. Aber da wir momentan nur den BioNTech-Impfstoff erhalten, geht das leider nicht. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen.“

Das Landratsamt erhält viele Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, die mit der Abwicklung des Impfbetriebs in Gablingen sehr zufrieden sind. Wie stellt der Landkreis sicher, dass der Service so zuverlässig bleibt?
Sailer: „Das ist in der Tat so. Wir bekommen immer wieder Rückmeldungen aus dem Impfzentrum, dass unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger sehr zufrieden sind. Von der Terminvereinbarung über die Aufklärung und den Impfvorgang an sich, auch was die Freundlichkeit des Personals betrifft. Wir sind froh und dankbar, weil wir mit Ecolog einen guten Partner vor Ort haben. Und trotzdem verteilen wir ab jetzt regelmäßig Feedback-Fragebögen an die Geimpften, die dort ja nach der Impfung noch eine Weile warten müssen, falls es erste Reaktionen auf die Impfung gibt. Diese Menschen sollen uns ihre Rückmeldungen zukommen lassen: Wie ist es gelaufen, auch hinsichtlich der Terminvereinbarung? Wie nehmen sie die Situation vor Ort wahr? Wie hat sie das Personal behandelt? Oder haben sie weitere Anregungen an uns? Damit wollen wir die hohe Qualität in unserem Impfzentrum dauerhaft sicherstellen. Wir sind dankbar, wenn sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger an der Umfrage beteiligen.“

 

05.02.2021

Seit dieser Woche liegt die 7-Tages-Inzidenz für den Landkreis unter 50. Ist demnächst mit Lockerungen zu rechnen?
Landrat Martin Sailer: „Zunächst freuen wir uns, dass wir jetzt unter die Schwelle von 50 gekommen sind. Wir brauchen allerdings für die Dauer von sieben Tagen einen Wert von unter 50, ehe über Lockerungen nachgedacht werden kann. Diese Lockerungen müssten wir zudem vorab mit der Regierung von Schwaben abstimmen. Freie Hand haben wir hinsichtlich der Lockerungen nicht, aber es wird Möglichkeiten geben. Trotz der erfreulichen Entwicklung ist es jetzt wichtig, dass wir vor dem Hintergrund der vereinzelten Fälle von mutierten Coronaviren weiter die Hygieneregeln einhalten, dass wir weiterhin Abstand halten und schlicht all das befolgen, was den Inzidenzwert in den vergangenen Wochen gesenkt hat.“


Welche möglichen Lockerungen haben für Sie denn die oberste Priorität?
Sailer: „Für mich wäre es das Wichtigste, dass unsere Kinder und Jugendlichen wieder in die Kitas und Schulen dürfen. Aus meiner Sicht wäre das im Moment das Allerwichtigste. Gerade die Kinder und Jugendlichen haben in den vergangenen Wochen in dieser Phase des Lockdowns und der Pandemie sehr gelitten. Zweitens wäre es wichtig, dass Einzelhandelsgeschäfte schrittweise wieder öffnen können. Hier werden wir mit der Regierung von Schwaben diskutieren, ob diese Schritte an bestimmte Bedingungen zu knüpfen wären – beispielsweise, dass Kunden ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, ähnlich wie es in Österreich bereits der Fall ist. Aber was das betrifft, sind die Dinge noch im Fluss und es wird darauf ankommen, worauf wir uns mit der Regierung verständigen können.“


Viele Bürgerinnen und Bürger machen sich Sorgen um Angehörige, die aufgrund der Kontaktbeschränkungen vereinsamen oder überfordert sind. Welche Perspektiven können wir Menschen in besonderen Lebenslagen aufzeigen?
Sailer: „Auch diese Menschen haben wir auf dem Schirm. Wir haben inzwischen eine Kontaktmöglichkeit über unsere Website (www.landkreis-augsburg.de/anlaufstellen) geschaffen, die sich an Menschen in besonderen Lebenslagen richtet. Wir wissen, dass viele Menschen in dieser Pandemie aufgrund der fehlenden sozialen Kontakte vereinsamen und sich alleine gelassen fühlen. Diese Menschen brauchen Rat und Unterstützung, weshalb wir entsprechende Rufnummern eingerichtet haben. Außerdem überlegen wir, ob wir eine Art Plattform schaffen, über die Menschen sich bereiterklären können, solche Bürgerinnen und Bürger anzurufen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, auch wenn man sich nicht kennt. Damit könnte man signalisieren, dass man da ist, miteinander spricht, sich die Anliegen des Gesprächspartners anhört oder einfach mit ihnen über das Wetter plaudert. Ich glaube, dass das in dieser Phase ganz wichtig ist, dass eben diese sozialen Kontakte wieder stattfinden können – selbst wenn es nur über das Telefon ist.“

 

29.01.2021

Wie ist das Impfzentrum in Gablingen zu erreichen?
Landrat Martin Sailer: „Unsere Bürgerinnen und Bürger kommen in erster Linie mit ihren privaten Autos zum Impfzentrum. Es besteht auch eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, den Zug. Zudem laufen die Planungen für einen Shuttleservice zwischen Bahnhof und Impfzentrum, wobei uns die Gemeinde Gablingen ganz maßgeblich unterstützt. Auf diesem Wege ist eine gute Anbindung an das Zentrum gegeben. Vor Ort gibt es zwar ausreichend Parkplätze, aber zu Stoßzeiten kann es ein bisschen eng werden. Es reicht völlig aus, eine Viertelstunde vor dem Impftermin vor Ort zu sein. Einige Personen waren in den vergangenen Tagen teils sehr früh am Impfzentrum, um die Termine nicht zu verpassen, was verständlich ist. Aber es würde wirklich reichen, erst eine Viertelstunde vor dem Termin dort anzukommen.“

Besteht die Möglichkeit, die Impftermine für Über-80-Jährige nach deren jeweiligen Wohnorten zu bündeln?
Sailer: „Das geht derzeit leider nicht, denn die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) schreibt die Personen nach dem Zufallsprinzip quer durch den Landkreis an. Darauf haben wir keinerlei Einfluss. So ist sichergestellt, dass alle die gleichen Chancen auf einen Termin haben. Nur besteht somit leider keine Möglichkeit, die Terminvergabe in irgendeiner Form örtlich zu steuern.“

Wie sieht es aus mit bettlägerigen Personen? Wie erhalten diese Menschen ihre Impfungen?
Sailer: „Auch diese Mitbürgerinnen und Mitbürger erhalten das Anschreiben zur Terminvereinbarung und können in der Reservierungshotline angeben, dass sie bettlägerig oder nicht mobil sind. Bisher haben sich rund 170 Personen gemeldet, auf die das zutrifft. Hier nimmt unser Landkreis eine Vorreiterrolle ein: Mit einem zusätzlich mobilen Team kommen wir bei denjenigen der Über-80-Jährigen, die bettlägerig oder nicht mobil sind, zuhause vorbei und nehmen die Impfungen dort vor.“

Warum wurden auch einige Personen angeschrieben, die wegen einer bereits überstandenen COVID-19-Erkrankung aktuell gar nicht geimpft werden können?
Sailer: „Die AKDB greift für die Anschreiben auf die Datensätze der Einwohnermeldeämter zu – nicht der Gesundheitsämter. Letzteres wäre aus datenschutzrechtlichen Gründen auch nicht möglich. Wir regeln es bisher so, dass wir bei der Terminvereinbarung abfragen, ob die Anruferinnen und Anrufer bereits an COVID-19 erkrankt waren. Sofern dies der Fall ist, kann kein Impftermin vereinbart werden. Eine Impfung wäre hier auch vorerst nicht notwendig, weil aus medizinischer Sicht davon ausgegangen wird, dass diese Menschen noch für mehrere Monate gegen das Virus immun sind.“

Kürzlich wurde angekündigt, dass in Bobingen ein zweites Impfzentrum entstehen würde. Ist es denn schon möglich, für diesen Standort Termine zu vereinbaren oder bereits gebuchte Termine nach Bobingen zu verlegen?
Sailer: „Das ist leider noch nicht möglich. Das Impfzentrum in Bobingen wird derzeit noch vorbereitet und hoffentlich zeitnah in Betrieb gehen. Bis dahin sind noch einige baulichen Maßnahmen erforderlich, während über unseren Partner Ecolog ein Impfteam rekrutiert wird. Ein bisschen zeitlicher Vorlauf ist also noch nötig. Die Termine, die für Gablingen vereinbart wurden und täglich vereinbart werden, müssen vorerst auch alle in Gablingen stattfinden. Eine Verlegung von Terminen ist momentan also nicht möglich. Das wird sich aber ändern, sobald das Zentrum in Bobingen den Betrieb aufnehmen kann und die Software des Freistaats BayIMCO steht, dann findet nämlich eine automatische Zuordnung zu den beiden Impfzentren im Landkreis auf Basis der Postleitzahlen statt. Damit ist dann sichergestellt, dass alle Landkreisbürgerinnen und -bürger kurze Wege zur Impfung haben werden.“

Mit der Einrichtung des ersten Impfzentrums in Gablingen fühlten sich einige Bürgerinnen und Bürger aus dem südlichen Landkreis benachteiligt. Was sagen Sie dazu?
Sailer: „Diese Kritik kann ich ein Stück weit nachvollziehen. Aber wir müssen uns zurückerinnern, was im Dezember unsere Aufgabe war: Wir mussten als Landkreis bewerkstelligen, dass zum Stichtag 15. Dezember ein Impfzentrum zur Verfügung steht. Wir haben landkreisweit nach geeigneten Örtlichkeiten gesucht und nur am Standort in Gablingen konnten wir sichergehen, dass zum besagten Datum ein funktionsfähiges Zentrum errichtet werden konnte. Aus dieser Station heraus wurde in den vergangenen Wochen viel geleistet: Alle Senioreneinrichtungen im Landkreis und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden geimpft. Seit dieser Woche finden auch am Impfzentrum die ersten Impfungen statt. Das ist aus dem südlichen Landkreis natürlich ein ganzes Stück Weg. Aber auch zur Ehrlichkeit gehört, dass wir von Anfang an kommuniziert haben, auf absehbare Zeit ein zweites Zentrum im Landkreissüden zu errichten. In dieser Woche konnten wir eine geeignete Örtlichkeit in Bobingen ausfindig machen. Jetzt wird mit Hochdruck daran gearbeitet, dieses Impfzentrum in Betrieb zu nehmen.“

Quelle: Pressemitteilungen des Landratsamtes Augsburg

 

 

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